Inhalt

Gewässerentwicklungskonzept Bregenzerach

Mehr Raum für Fluss, Natur und Mensch

Aktueller Planungsstand am 5. April in Kennelbach öffentlich präsentiert

Hochwasserschutz, Ökologie, Trink- und Grundwasser, Erholungsraum: An der Bregenzerach zwischen Kennelbach und der Mündung in den Bodensee spielen viele Themen eine wichtige Rolle. Das Gewässerentwicklungskonzept (GEK) bringt diese Anforderungen in eine umsetzbare Form, es soll in den nächsten 20 Jahren in mehreren Bauabschnitten realisiert werden. Rund 150 BürgerInnen informierten sich am 5. April 2018 in Kennelbach über den aktuellen Planungsstand.

Gewässerentwicklungskonzepte (GEK) sind übergeordnete Planungen für ein Flussgebiet. In den vergangenen Monaten haben die fünf Anrainergemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach und Wolfurt gemeinsam mit dem Land Vorarlberg so ein Planungsdokument für den Unterlauf der Bregenzerach erarbeitet. Zwischen Kennelbach und der Mündung der Bregenzerach wird damit der Schutz des Menschen und seines Siedlungsraumes vor Hochwasser erhöht und gleichzeitig der gewässer-ökologische und naturschutzfachliche Zustand verbessert.

Gewässerentwicklungskonzept: Gemeinsame Aufgabe

Zuständig für das Thema sind die Anrainergemeinden. Am Unterlauf der Bregenzerach haben sich daher Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach und Wolfurt zu einem eigenen Wasserverband zusammengeschlossen. Federführend in der Planung ist die Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Vorarlberg. Verschiedene Experten etwa für Ökologie, Naturschutz oder Fischerei haben sich intensiv in die Arbeiten eingebracht.

Hochwasserschutz: Mehr Raum für die Bregenzerach

Auch wenn die Erinnerung verblasst: Seit 1999 hat die Bregenzerach dreimal für historische Hochwasserstände gesorgt. Das Maximum war am 23. Aug. 2005 mit 1.350 m3 pro Sekunde. Das Gewässerentwicklungskonzept sieht vor, das Flussbett mit Aufweitungen und anderen Maßnahmen für solche Situationen „fit“ zu machen. Der Damm auf Harder Seite wird verlegt, jener auf Bregenzer Seite stabilisiert. Gestartet wird in den kommenden Jahren mit drei Bauabschnitten zwischen der Landesstraßen-Brücke Bregenz – Hard und der Mündung in den Bodensee. Der jetzige mobile Hochwasserschutz aus Betonblöcken wird damit nach aktuellem Stand ab 2020 etappenweise überflüssig. Die geschätzten Kosten für die Maßnahmen im Gewässerentwicklungsprojekt liegen bei rund 50 Mio. Euro. Eine hohe Summe, in Anbetracht des Schadenspotenzials bei einem Hochwasser von bis zu einer Milliarde Euro aber jedenfalls gerechtfertigt.

Naturjuwel Bregenzerach kann sich freier entwickeln, Erholungsfunktion bleibt

Das Konzept bringt neben dem Hochwasserschutz auch positive Wirkungen für die Ökologie mit sich. Die Mündung der Bregenzerach – schon jetzt ein einzigartiges Naturjuwel in Mitteleuropa – wird sich noch dynamischer und freier entwickeln können. Fische gelangen künftig einfacher flussaufwärts, ökologisch besonders wertvolle Bereiche sind besser geschützt. Weite Strecken der Ufer werden flacher und damit leichter begehbar. Die wichtige Erholungsfunktion der Bregenzerach bleibt damit gewährleistet. Der bestehende Lehrpfad wird verlängert, neue Aussichtspunkte werden geschaffen. Nach den Erfahrungen an der Bregenzerach und an anderen Gewässern sind baubedingte Eingriffe nach wenigen Jahren verwachsen und damit nicht mehr sichtbar.