Kinderreporterin im Wohnungsamt

Das Thema Wohnbau wirft bei den Kinderreporter:innen seit Längerem ein paar Fragen auf, die sie mit Susanne Gaudl-Heiss vom Wohnamt Bregenz besprechen konnte. Susanne gewährte ihnen dabei einen kleinen Einblick in die vielfältige Arbeit im Bereich gemeinnützige Wohnungen in Bregenz.

Die Tätigkeit von Susanne Gaudl-Heiss umfasst, die Anträge der Wohnungssuchenden entgegenzunehmen und eine Liste für den Vergabeausschuss vorzubereiten. Im Gespräch mit Kinderreporterin Amanda wurden die ständig steigende Nachfrage nach Wohnungen und die Herausforderungen, welche die Wohnungsvergabe mit sich bringt, thematisiert.

Was ist der Unterschied zwischen privaten und gemeinnützigen Wohnungen?
Susanne Gaudl-Heiss: Wir haben drei gemeinnützige Wohnungsbauträger in Bregenz: die Alpenländische, die Vogewosi und die Wohnbau Selbsthilfe. Das sind geförderte Wohnungen vom Land, und darum sind die günstiger. Private Vermieter:innen haben bei der Miete einen ziemlich großen Spielraum. Das ist wohl der größte Unterschied.

Wie verläuft ein normaler Arbeitstag bei dir?
Susanne Gaudl-Heiss: Ich schaue meine E-Mails durch und arbeite an Vergaben. Wenn jemand kündigt, bekommen wir eine Freimeldung vom Bauträger, die in eine Liste kommt. Wohnungen werden nach Punkten vergeben – je mehr Punkte, desto schneller bekommt man eine Wohnung. Wir haben ca. 20 Wohnungen im Monat und über 950 Suchende. Wenn sich jemand ummeldet oder die Telefonnummer ändert, muss man uns das auch sagen. Ich erstelle Listen, bespreche sie mit dem Fachgremium, und der Ausschuss entscheidet. Ich organisiere auch die Sprechstunde für Frau Dr. Fritsch, der zuständigen Stadträtin, und bearbeite den Parteienverkehr und das Telefon.

Wie bist du zu diesem Beruf gekommen?
Susanne Gaudl-Heiss: Es war Zufall. Ich war zuerst Parkaufseherin und habe Leute bestraft, die falsch geparkt haben. Aber mit kleinen Kindern war das schwer, besonders weil ich auch am Wochenende arbeiten musste. Ich wollte geregelte Arbeitszeiten und habe mich dann beworben als im Wohnungsamt jemand gesucht wurde. Am Anfang hatte ich Angst, weil es eine große Herausforderung war. Viele, die zu uns kommen, sind verzweifelt und brauchen dringend eine Wohnung, aber es gibt zu viele Suchende und zu wenige Wohnungen. Viele sind dann enttäuscht.

Wie denkst du kann man dieses Problem lösen?
Susanne Gaudl-Heiss: Es müsste mehr gemeinnützige Wohnbauten geben, aber man kann nicht einfach 900 Wohnungen bauen. Durch den Zuzug aus vielen Ländern steigen die Anträge. Viele bekommen anfangs private Wohnungen, aber wenn die zu teuer werden oder sie ausziehen müssen, kommen sie zu uns. Oft haben sie zu wenig Punkte und müssen lange warten. Es gibt eine Richtlinie für ganz Vorarlberg, da kann man keine Ausnahmen machen. Wer länger gemeldet ist, hat einfach mehr Punkte. Das ist hart, aber anders geht’s nicht. Ich glaube nicht, dass wir das Problem je ganz lösen können – es wird immer Anträge geben.

Welche Kriterien sollten Kund:innen für eine Wohnung erfüllen?
Susanne Gaudl-Heiss: Da sind wir wieder beim Punktesystem. Relevant sind Punkte wie der Verdienst, warum sie eine neue Wohnung brauchen, wie viele Haushaltsmitglieder es sind und wie lange sie schon warten.

Dürfen die Mieter:innen nach einer gewissen Zeit ihre Wohnungen kaufen?
Susanne Gaudl-Heiss: Nicht die Mietwohnungen. Die Wohnungen, die wir hauptsächlich haben, die kann man nicht kaufen. Wir haben aber auch einzelne Mietkaufprojekte. Da musst du ca. 25.000 bis 30.000 Euro anzahlen. Dann zahlst du zehn Jahre Miete, und danach kannst du dir die Wohnung kaufen.

Warum sind Haustiere in manchen Wohnungen oder Wohnblocks nicht erlaubt?
Susanne Gaudl-Heiss: Im Prinzip sind Katzen, Hamster oder Vögel kein Problem. Die muss man halt anmelden. Hunde sind teilweise erlaubt, aber da gibt es Einschränkungen.

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