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Kunstwerk des Monats

Kunstschätze im Stadtbesitz

Vorstellungsreihe ausgewählter Kunstwerke aus der städtischen Kunstsammlung

Wir präsentieren einmal im Monat ein Kunstwerk aus dem städtischen Besitz, das von Projektleiterin Marion Pfeiffer ausgewählt wird. Viele Freude beim Entdecken „unserer“ Kunstschätze!

März

Katherina Olschbaur "7 Nächte des Prinzen Jussuf in Jerusalem, 2007"

Das Kunstwerk „7 Nächte des Prinzen Jussuf in Jerusalem“, das die 1983 in Bregenz geborene Künstlerin Katherina Olschbaur selbst als „philosophisches Projekt“ bezeichnet, entstand während eines 4-monatigen Stipendium-Aufenthaltes der Künstlerin in Israel. Es besteht aus einem Foto, in dem die junge Künstlerin sich selbst als „Prinz Yussuf II“ inszeniert, einer Karte, in der in Bleistift die 7 Schauplätze des Projekts eingezeichnet sind, und 7 dazugehörige Zeichnungen.

In der Arbeit nimmt Katherina Olschbaur Bezug auf Else Lasker Schülers Werk, in welchem die Schriftstellerin das fiktive Land Theben als Sehnsuchtsort Heimat entwarft. Else Lasker-Schüler selbst wurde jedoch eine wirkliche Heimat verwehrt, sie lebte auch in ihrem letzten Aufenthaltsort Jerusalem bis zuletzt im Exil. Katherina Olschbaur findet sich in ihrem Projekt selbst in der Rolle des „Yussuf II“ wieder, der im zerrissenen Jerusalem auf der Suche nach Heimat und Geborgenheit und nach Frieden ist. Sie verwendet die Hotelzimmer als Bühne. Jedes Zimmer ist Schauplatz eines rauschenden Festes. (Quelle: Pressetext Lisi Hämmerle anlässlich der Ausstellung Yussuf/Cermak in der Galerie Lisi Hämmerle in Bregenz 2007).

Katharina Olschbaur selbst zu ihrer Arbeit: "Während meines Aufenthalts in Jerusalem wohne ich in Hotels im östlichen wie im westlichen Teil der Stadt. Ich fotografiere die einzelnen Hotelzimmer, in denen ich übernachte, und sammle Abbildungen von Zimmern in bekannten und teuren Hotels, in denen ich selbst nicht gewohnt habe.

Die Serie „Die sieben Nächte des Yussuf“ besteht aus sieben Objekten, die jeweils eine Nacht in einem Hotelzimmer darstellen. ……das philosophische Projekt beschreibt ein Leben im Exil, in dem die Räume immer provisorisch bleiben. Die 7 Leben des Prinzen Yussuf sind also jeweils Dokumente oder Entwürfe von 7 Nächten in den besten und teuersten Hotels, die nicht umsonst "dream resorts" genannt werden. Der Traum einer Heimat erfüllt sich immer nur für eine Nacht, in der gefeiert wird, als ob es die einzige und letzte Nacht des Lebens wäre. Sie sind Dokumente eines Lebens, das sich unmittelbar preisgibt und erfüllt, weil es keine andere Sicherheit kennt. (Quelle:

Zur technischen Ausgestaltung schreibt die Künstlerin: „Die Zeichnungen sind im Siebdruckverfahren auf Glas gesetzt und in einem Metallrahmen gefasst. Sind die Bilder von vorne beleuchtet, fallen die Linien der Zeichnung als Schatten auf den Hintergrund, die Hotelzimmer als Bühnen der Geister. Das achte Bild aus der Serie zeigt einen gezeichneten Stadtplan, in den die Standorte der einzelnen Hotels eingetragen sind. So spannt sich darauf ein Netz, das sich örtlich und zeitlich über die Stadt legt und die politischen Grenzen und Abtrennungen der Stadt durchkreuzt.“

Katherina Olschbaur

1983 geboren in Bregenz am Bodensee
2001 Studium an der Universität für Angewandte Kunst, Wien, Malerei bei C.L.Attersee und Johanna KandlBühnen- und Filmgestaltung bei Bernhard Kleber
2005 Auslandssemester Wimbledon School of Art, London
2006/2007 viermonatiger Aufenthalt und Stipendium in Tel Aviv, Jerusalem, IsraelMehrere Ausstellungen und Teilnahme an Filmfestivals

 

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