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„Bregentz. Stadt am Bodensee“

Die stadtgeschichtliche Ausstellung führt die Eckpunkte der Stadtentwicklung vor Augen. Sie spannt einen zeitlichen Bogen von der Bronzezeit bis ins 21. Jahrhundert. Zur Römerzeit war Bregenz ein Verkehrsknotenpunkt mit überregionaler Bedeutung. Der Bodensee hieß in der Antike nicht von ungefähr „lacus Brigantinus“, also Bregenzer See. Mit der mittelalterlichen Neugründung von Bregenz auf dem Plateau der Oberstadt um 1250 beginnt die Geschichte des heutigen Bregenz. Die Stadt wuchs in den folgenden Jahrhunderten dem See zu, langsam, aber beharrlich. Die Bregenzer lebten von der Landwirtschaft, vom Holzhandel, seit 1650 vom Kornhandel. Die Stadt wurde für die nächsten 200 Jahre zur Drehscheibe des Kornhandels im Bodenseeraum.

Mit dem Bau der Eisenbahn (1870–1884) trat Bregenz in eine Wachstumsphase ein. Die Eisenbahn war Voraussetzung für die Industrialisierung des Bregenzer Raumes und Motor des Fremdenverkehrs. Bregenz wurde zur Industrie- und gleichzeitig zur Tourismusstadt, eine ungewöhnliche, aber erfolgreiche Kombination. Thematisiert werden in der Ausstellung die beiden Weltkriege, die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und die Befreiung im Mai 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Bregenzer Stadtpolitik vor großen Herausforderungen: Wie sollten Industrie, Autoverkehr, Kultur und Tourismus in der Stadtentwicklung ihren Platz finden? Ein kultureller Meilenstein war die Gründung der Bregenzer Festspiele im Jahr 1946. Die 1950er- und 1960er-Jahre standen im Zeichen der Frage, wie die Autobahn durch Bregenz zu führen sei. Im Jahr 1980 wurde schließlich der Pfändertunnel in Betrieb genommen, der den Durchzugsverkehr von der Stadt fernhalten sollte. Den Abschluss der Schau bildet das beispielhafte Bürgerbeteiligungsverfahren, auf dessen Basis der heutige Kornmarktplatz im Mai 2013 zu einem Ort der Begegnung wurde.

Übrigens: Beim Titel der Ausstellung – „Bregentz. Stadt am Bodensee“ – hat sich kein Fehler eingeschlichen. Die Schreibweise „Bregentz“ ist eine Referenz an die Vielfalt der Schreibungen von Bregenz im Lauf der Jahrhunderte - von „Brigantion“ über „Brecantia“ bis hin zu „Pregentz“. Die Vielfalt der Schreibungen steht auch für die Vielfalt des geschichtlichen Erbes dieser Stadt. Der Name Bregenz leitet sich von der keltischen Wortwurzel „brig“ ab, was „hoch“ oder „emporragend“ bedeutet.

Im Winter 2014/2015 sind die Räumlichkeiten des Martinsturms von der Landeshauptstadt Bregenz behutsam und mustergültig restauriert worden. Die in einen ursprünglichen Zustand zurückversetzte ehemalige Türmerwohnung bietet einen tiefen Einblick in die Baugeschichte des Turms, die nun offen vor Augen liegt.


Martinsturm

Oberstadt, Martinsgasse 3b
6900 Bregenz

Öffnungszeiten

Mai bis Oktober,
Dienstag bis Sonntag, 
10 Uhr bis 18 Uhr 

Eintrittspreise

Erwachsene: 3,50 Euro
Kinder bis 15 Jahre: 1,00 Euro

Ermäßigungen

Schülerinnen und Schüler, Studierende, Senioren, Präsenz- und Zilvildiener: 2,50 Euro
Gruppen ab 8 Personen: 2,50 Euro
Schulklassen: 1,00 Euro
Pilger: 1,00 Euro
Familien mit Familienpass: 7,00 Euro
Freier Eintritt für Inhaber der
V-Card

Führungen nach Vereinbarung: pauschal 50,00 Euro

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