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Palais Thurn und Taxis

Historischer Garten

Der unter Denkmalschutz stehende Park des Palais Thurn & Taxis zählt zu den vier historisch wertvollsten Gärten Vorarlbergs. Die Anlage besteht aus dem straßenseitigen Entree, das als repräsentativer Eingangsbereich vor der Villa und zwischen den beiden Nebengebäuden liegt, der landschaftlich gestalteten Grünfläche hinter der Villa, einem Parkteil mit zahlreichen 1924 beschriebenen einheimischen und fremdländischen dendrologischen Besonderheiten. 

Ursprünglich 1846 durch den Bijouteriewarenfabrikanten Karl Güllich erworben, erfuhr der Park durch den Bau der Villa Gülich, im frühen Jahre 1848 seinen Ursprung. Dieser errichtete das vorerst als Wohnhaus gedachte Gebäude in neoklassizistischer Stilform und im Konzept eines barocken Gartenpalais. In unmittelbarer Nähe stießen die Baumaßnahmen auf Überreste der römischen Zivilstadt zu Brigantium, belegt durch Siedlungsfunde aus der Frühbronzezeit, die heute u.a. im Vorarlberger Landesmuseum aufbewahrt sind. 1884 erwarb der K & K Hofrat Gustav Prinz von und zu Thurn und Taxis das Palais und einen zusätzlichen Teil des Gutes auf der Pfänderplatte zu Bregenz mit 6.712 m². Prinz Gustav fügte weitere landschaftliche Teile hinzu und forcierte die Sammlung exotischer Gehölze. Heute erstreckt sich die historische Parkanlage auf über 16.000 m² und bildet in seiner dendrologischen Besonderheit einen in Vorarlberg einzigartige Stadtpark.

K & K Hofrat Gustav Prinzs Hofgärtner Wenzel Smetana, später auch erster Stadtgärtner von Bregenz, oblag die Pflege der Parkanlage. Im Jahre 1888 erklärte sich der damalige Bürgermeister Andreas Fetz bereit, die Instandhaltung sämtlicher Grünanalgen des Verschönerungsvereines durch städtische Arbeiter besorgen zu lassen. Dies war auch die Geburtsstunde der Stadtgärtnerei Bregenz, die ihren Sitz mit dem Erwerb der Liegenschaft durch die Stadtgemeinde Bregenz um 1915, am Rande der Parkanlage des Palais zu Thurn und Taxis fand.

Als 1924 der Friedhof in Bregenz auf Kosten des Parks erweitert werden sollte, kommt es zu Protest von Heimatforschern, Literaten und der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Sie setzt sich mit einem Brief für die Erhaltung der Anlage ein. "Der Park bildet neben der Insel Mainau und den Parks von Friedrichshafen und Schachen die größte botanische und gärtnerische Sehenswürdigkeit an den Ufern des Bodensees und für den österreichischen Teil sogar die einzige." Noch im selben Jahr teilt der Landeskonservator dem Stadtrat im Auftrag des Bundesdenkmalamtes mit, "…, dass Veränderungen am Baumbestand des Parks etc. ohne Bewilligung des Bundesdenkmalamtes nicht zulässig sind." Dennoch fanden im November 1924 erste Beerdigungen statt.

Seit 1929 steht der Park unter Denkmalschutz und bildet heute eine der größten botanischen und gärtnerischen Sehenswürdigkeiten an den Ufern des Bodensees. Im Jahre 1953 schließlich überlässt die Landeshauptstadt Bregenz die Villa dem Verein der bildenden Künstler Vorarlbergs. Mit Subventionen des Bundes, Landes und der Stadt Bregenz konnte, dass ab diesem Zeitpunkt auch als Künstlerhaus geführte Gebäude, umgebaut und seiner heutigen Konzeption zugeführt werden.

Das Pflanzenkonzept ist in seiner Vielfalt, neben einigen einheimischen Bäumen und Sträuchern, überwiegend durch fremdländische botanische Raritäten geprägt. Gestalterisch sind sämtliche Gehölze entweder als große Solitärbäume, als Baumgruppen oder als Strauchformationen bzw. Strauchsolitäre angeordnet. Das Arboretum umfasst heute an die 78 Nadel- und 33 Laubbäume mit markantem Habitus. Die Parkanlage hat sich von 1846 bis heute von einem rein formalen Garten zu einem kleinen Landschaftspark entwickelt.

Auf eine Initiative der Bürgermeldungsplattform „Bregenz - I LUAG UF DI“ wurden 2016 Baumschilder angebracht, die auf die einzelnen Baumarten verweisen. Die Beschilderungen informieren über die jeweilige Baumart (deutsch und botanisch), das Alter und die Herkunft, zudem finden sich auf den Tafeln der Umriss der Blätter, die Nadeln bzw. die der Früchte. Der Stadtpark wird durch die Stadtgärtnerei Bregenz nachhaltig und sorgsam gepflegt.
 

Stadtgärtnerei

Josef-Huter-Straße 3
6900 Bregenz