Dunkles Kapitel der Geschichte wird aufgearbeitet

Die Stadt fördert das Forschungsprojekt „Verfolgung von Homosexualität im Gau Tirol-Vorarlberg in der NS-Zeit“, das vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck im November gestartet wurde und auf drei Jahre angelegt ist. Laut einem Stadtratsbeschluss vom 3. Dezember soll die Studie 2024, 2025 und 2026 – vorbehaltlich der budgetären Bedeckung – mit insgesamt 15.000 Euro unterstützt werden.

Wie Bürgermeister Michael Ritsch nach der Sitzung betonte, würden als primäre Grundlagen der Untersuchung zwar Gerichts- und Polizeiakten aus ganz Vorarlberg herangezogen, nach einer ersten Durchsicht habe sich aber gezeigt, dass Bregenz hier einen Schwerpunkt bilde. Gemeint sind unter anderem die bisher eher verdeckten historischen Rollen, die das Sanatorium Mehrerau und das Stadtspital zur Zeit des Nationalsozialismus bei Zwangssterilisationen und Ähnlichem spielten. Außerdem will die Forschung aufzeigen, wie homosexuelle Menschen damals ihren Alltag im Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und Verfolgung gestalteten.

„Das Forschungsprojekt greift ein sehr unangenehmes Thema auf, das sich aber weder leugnen noch totschweigen lässt. Außerdem können betroffene Menschen den Bundesentschädigungsfonds, den es erst seit Kurzem gibt, nur dann nutzen, wenn ihre leidvollen Geschichten erforscht und dokumentiert sind“, kommentierte Bürgermeister Michael Ritsch den Beschluss.

Und Vizebürgermeisterin Sandra Schoch fügte hinzu: „Mit dem Stadtratsbeschluss, das Forschungsprojekt zur Verfolgung von Homosexualität im Gau Tirol-Vorarlberg während der NS-Zeit zu fördern, unterstützen wir die wichtige Aufarbeitung eines dunklen Kapitels unserer Stadtgeschichte. Dieser Schritt soll auch den Betroffenen und ihren Angehörigen zeigen, dass das Unrecht von damals nicht vergessen ist und wir unserer historischen Verantwortung nachkommen.“

Institut für Zeitgeschichte der Universtität Innsbruck

zurück zur Übersicht