Hier sehen Sie ein Gruppenbild von Bürgermeister Michael Ritsch gemeinsam mit vielen weiteren Personen bei seinem Besuch in der Ukraine. In der Mitte halten zwei Personen eine Österreich- und eine Ukraineflagge in Händen.
Ukraine Reise © Stadtverwaltung Jaremtsche

Bregenz stärkt Solidaritätspartnerschaft mit Jaremtsche

Im Rahmen einer einwöchigen Delegationsreise hat die Landeshauptstadt Bregenz ihre Solidaritätspartnerschaft mit der westukrainischen Stadt Jaremtsche weiter vertieft.

 Vom 31. Mai bis 8. Juni 2025 besuchten Vertreter:innen der Stadtverwaltung Bregenz, des Landeskrankenhauses Bregenz sowie weiterer Partnerinstitutionen die Region Iwano-Frankiwsk, um konkrete Projekte in den Bereichen Gesundheit, Kinder- und Jugendhilfe sowie wirtschaftliche Zusammenarbeit voranzubringen. Ein Teil der Delegation nahm anschließend am „International Summit for Cities and Regions“ in Kiew teil – auf Einladung der Österreichischen Botschaft.

„Internationale Städtepartnerschaften sind in Zeiten des Krieges keine symbolischen Gesten, sondern Ausdruck gelebter Verantwortung“, betont Bürgermeister Michael Ritsch. „Seit der Gründung der Partnerschaft mit Jaremtsche im Jahr 2024 wurden erste gemeinsame Initiativen umgesetzt – nun geht es darum, diese gezielt weiterzuentwickeln und langfristig zu verankern.“

Humanitäre Kooperation im Gesundheitsbereich
Ein Schwerpunkt der Reise war der direkte fachliche Austausch zwischen dem Landeskrankenhaus Bregenz und mehreren medizinischen Einrichtungen der Region Jaremtsche und Iwano-Frankiwsk. Angesichts des anhaltenden Krieges und der Überlastung westukrainischer Spitäler durch verletzte Zivilist:innen und Soldat:innen ist die internationale Unterstützung im Gesundheitswesen von zentraler Bedeutung. Konkrete Kooperationsansätze wurden entwickelt – etwa die Bereitstellung medizinischer Geräte, Fachkräftefortbildungen sowie die Etablierung einer langfristigen „medizinischen Brücke“ zwischen Bregenz und Jaremtsche.

Ein weiterer Fokus lag auf der Unterstützung junger Menschen in der Partnerregion. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang ein interkulturelles Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche aus Jaremtsche, das vom 22. bis 29. Juni 2025 in Kooperation mit dem BG Gallus in Bregenz veranstaltet wird. Ziel des Projekts ist es, persönliche Begegnungen zwischen jungen Menschen aus beiden Städten zu ermöglichen und das gegenseitige Verständnis zu stärken.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Zukunft
Auch wirtschaftliche Perspektiven wurden in Gesprächen mit lokalen Behörden ausgelotet. Die Region Iwano-Frankiwsk verfügt über Potenzial in Bereichen wie Tourismus, Forstwirtschaft und erneuerbare Energien. Die Stadt Bregenz plant, künftig auch Vorarlberger Unternehmen gezielt für mögliche Kooperationen in der Westukraine zu sensibilisieren. Eine Grundlage zur Förderung wirtschaftlicher Partnerschaften wurde mit der regionalen Verwaltung geschaffen.

Internationale Bühne in Kiew
Ein Teil der Delegation reiste am 4. Juni weiter nach Kiew, um am „International Summit for Cities and Regions“ teilzunehmen. Die von Präsident Wolodymyr Selenskyj eröffnete Konferenz bot eine internationale Plattform für Städtepartnerschaften, Wiederaufbauinitiativen und europäische Zusammenarbeit.

Die angestoßenen Projekte werden nun von den zuständigen Fachbereichen in enger Abstimmung mit den ukrainischen Partner:innen weiterentwickelt. Ein weiterer Austausch ist bereits in Planung – auf kommunaler Ebene, partnerschaftlich und dauerhaft.

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