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Das Monster von Bregenz

Ein Ungetüm von rund 250 Metern Länge und einem Gewicht von 130 Tonnen hatte sich ins Londoner Abwassersystem gesetzt. Es wog fast so viel wie ein Blauwal. Ein Mix aus Kochfetten, sanitären Abfällen und Feuchttüchern ging als „Monster von London“ durch die Medien. Es aus der Kanalisation zu beseitigen, war eine kostspielige Herausforderung. Das Bregenzer Ungetüm fällt nicht gar so riesig aus. EinProblem ist es allemal.

An einem normalen Tag ohne Niederschläge werden in der Bregenzer Abwasserreinigungsanlage ARA in Neu Amerika zwischen 6.000 und 7.000 m³ Abwasser gereinigt.Wenn es regnet, kann diese Menge auch auf bis zu 28.000 m³ ansteigen. Obwohl Speisefett in den Abwasserrohren nichts zu suchen hat, kämpfen die Mitarbeitenden der ARA zunehmend mit diesem Bestandteil im Abwasser. Fett legt sich in den Abflussrohren ab und verengt deren Querschnitte massiv. Das führt nicht nur zu Geruchsbelästigung und zu erhöhtem Reinigungsaufwand, auch die Pumpleistung steigt, weil ja gleich viel gefördert werden muss. Und das kann Schäden an der Anlage verursachen.

Feuchttücher & Co

Abfälle wie Feuchttücher, die eigentlich über den Restmüll entsorgt werden müssten, erschweren massiv die Abwasserreinigung. Diese „Abwasser-Fetzen“ finden sich im gesamten Reinigungsprozess der ARA, insbesondere bei den Pumpen, was zu einem erhöhten Energiebedarf und bisweilen sogar zu Verstopfungen und Betriebsstörungen führt. Das Material muss von den Mitarbeiter/-innen mühsam beseitigt werden, damit keine größeren Schäden entstehen.

Kein Müllschlucker

Auch Abfälle, die zwar durch ein Abflussrohr passen würden, gehören in den Restmüll (z. B. Zigarettenstummel), auf den Kompost oder in den Biomüll (z. B. Essensreste). Aktiver Gewässerschutz beginnt nicht erst in der ARA, sondern bereits in den einzelnen Haushalten. Die Kanalisation ist kein Müllschlucker. Beispiele für Dinge, die nicht ins Abwasser gehören, sind neben Speisefetten und -ölen aller Art auch flüssige Lebensmittel wie Suppen und Säfte, Essensreste, Teeblätter, Kaffeesatz, igarettenkippen und Zigarrenreste, Watte und Wattestäbchen, Hygieneartikel, Kleintiersand und Katzenstreu und vieles mehr.

Für die Entsorgung von Altspeisefetten und -ölen werden den Haushalten beim Bauhof kostenlose Behälter (Ölis) zur Verfügung gestellt. Das abgegebene Öl wird gereinigt und für die Biodieselproduktion verwendet. Altspeisefette und -öle, die über die Kanalisation entsorgt werden, führen zu Problemen im Kanalsystem bzw. in der Kläranlage und damit zu hohen Reinigungskosten. Helfen Sie mit, unnötige Aufwendungen zu vermeiden.

Ein Tag im Leben eines Kanalarbeiters

Film anschauen und in den Arbeitsalltag eines Kanalarbeiters "hineinschnuppern": 
https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=XbcAOdpkwK0&feature=emb_logo

Bitte helfen Sie mit

  • Speiseöle in den sogenannten „Ölis“ entsorgen.
  • Speisereste in den Biosack oder Kompost.
  • Feuchttücher, Katzenstreu, Zigarettenkippen und Hygieneartikel in den Restmüllsack.
  • Problemstoffe wie Medikamente, Farben, Lacke etc. können im Bauhof abgegeben werden.

 

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