Inhalt

Die 74. Bregenzer Festspiele sind eröffnet

Es ist wieder so weit: Bregenz glitzert und glänzt fünf Sommerwochen lang besonders hell, bunt und selbstbewusst. Die 74. Bregenzer Festspiele locken rund 250.000 Gäste an den Bodensee.

Vergleicht man die Einwohnerzahl mit der Besucherzahl des Festivals, so wird anschaulich, was sich im Sommer abseits der großen Opernbühne abspielt. Die Vorarlberger Landeshauptstadt wächst sozusagen auf das Zehnfache ihrer Einwohnerzahl an.

Eine enorme Leistung, nicht nur der Festspielverantwortlichen, sondern auch der Bürgerinnen und Bürger, der städtischen Behörden, des Bregenzer Einzelhandels, der Hotels und Restaurants in der gesamten Region. Man stelle sich vor, Wien wächst für eine kurze Zeit um das Zehnfache auf nahezu 20 Millionen Menschen an. Undenkbar. 

Trotz aller Herausforderungen, mancherorts vielleicht auch Mühe mit anschwellendem Straßenverkehr oder Opernklängen bis in die späten Abendstunden hinein, ist erstaunlich, wie leichtgängig, wie großzügig, wie routiniert Bregenz mit dem internationalen Großereignis umgeht. 

Mehr als 1.100 Vollzeit-Arbeitsplätze schaffen die Bregenzer Festspiele außerhalb des Festspielhauses, beispielsweise in der Hotellerie und Gastronomie. Mehr als 150 Millionen Euro bringt das Festival jährlich über Umwege zurück nach Bregenz und in die Region. Fragt man in Deutschland, was den Menschen beim Stichwort „Bodensee“ so alles einfällt, so taucht unter den zehn meistgenannten Antworten verlässlich „Bregenz“ und „Seebühne“ auf. Seit der Neukonzeption des Festivals 1985 strömten mehr als 6 Millionen Menschen hierher. Eine kolossale Zahl.

Und doch scheint es, als herrsche abseits aller wirtschaftlicher Betrachtung eine stille Übereinkunft unter  den Bregenzerinnen und Bregenzern, eine Art jahrzehntealter Schwur, einmal im Jahr der Welt zu zeigen, dass die Welt zu Gast ist in Bregenz. Dass internationale Besucher aus praktisch allen Kontinenten gerne hierher kommen und sich wohlfühlen, dass die Bregenzer eine weltoffene Gemeinschaft sind, dass in Bregenz wundersame Dinge geschehen können, die für eine Stadt mit 28.000 Einwohnern nicht selbstverständlich sind. Welch großartiges Selbstverständnis. 

Text: Axel Renner / Bregenzer Festspiele
Quelle: B – Magazin für Bürgerinnen und Bürger, Ausgabe 02/2019

zurück zur Übersicht