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Ein Nachlass kehrt zurück

Das Stadtarchiv im Magazin 4 in Bregenz hat verschiedene Aufgaben. Zum einen sorgt es für die seit 1985 für alle Gemeinden verpflichtende Archivierung von Akten und trägt so zur Transparenz der öffentlichen Verwaltung bei. Es ist aber auch das „Gedächtnis der Stadt“, das das oft lange zurückliegende Erbe in Form diverser Materialien zur Geschichte von Bregenz und seiner Menschen bewahrt.

Eine dieser Personen war Agathe Fessler (1870 – 1941). Die Bregenzerin gründete 1905 das Marienheim und gilt als Pionierin der modernen Sozialarbeit in Vorarlberg. Ihr ging es darum, jungen Frauen, die zu den Unterprivilegierten, manchmal auch zu Randgruppen der Gesellschaft gehörten, einen Zufluchtsort zu bieten. In Fesslers Marienheim waren alle Frauen willkommen, die Hilfe brauchten, gleichgültig aus welchen Gründen.

Als sie 1929 nach Brasilien auswanderte, überließ sie vor der Abreise dem Vorarlberger Landesmuseumsverein (heute Vorarlberg Museum) mehrere persönliche Unterlagen. Dazu zählten unter anderem ein Heft mit handschriftlichen, autobiografischen Eintragungen aus der Zeit von 1905 bis 1928, Briefe, Auszeichnungen, Zeugnisse, Ausweise, Fotografien und Postkarten. Um 1943 landeten eben diese Unterlagen unter Umständen, die sich heute nicht mehr klären lassen, als „Leihgabe“ im Bregenzer Stadtarchiv. Seither wurde dort darauf aufgepasst. Außerdem machte die Stadt die Erinnerung an die Leistungen der Sozialarbeiterin auch öffentlich wirksam. Eine Zufahrt zur Wohnbebauung auf der Kronhalde erhielt die Bezeichnung „Agathe-Fessler-Straße“.

Neben all dem bleibt jedoch die Tatsache, dass der Nachlass vor rund 90 Jahren in das Eigentum des Landesmuseumsvereins übergegangen war. Am 5. Februar kehrten die Unterlagen daher an ihren ursprünglichen Ort zurück. Bürgermeister DI Markus Linhart übergab die Dokumente an MMag. Andreas Rudigier, den Direktor des Vorarlberg Museums, das sich fortan um die Archivierung kümmern wird.

Unser Foto zeigt (von links) Bürgermeister DI Markus Linhart, Stadtarchivar Mag. Thomas Klagian sowie Kunsthistorikerin Mag. Ute Pfanner und Direktor MMag. Andreas Rudigier vom Vorarlberg Museum bei der kürzlichen Übergabe des Nachlasses von Agathe Fessler.

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