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Fett im Abwasser

Ein altes Sprichwort sagt: Aus einer Suppe sollten mehr Augen herausschauen als in sie hinein. Für das Mittag- oder Abendessen mag das gelten, für die „Suppe“, mit der es die Mitarbeiter der Abwasserreinigungsanlage (ARA) zu tun haben, nicht.

An einem normalen Tag ohne Niederschläge werden in Neu Amerika zwischen 6.000 und 7.000 m³ Abwasser gereinigt. Wenn es regnet, kann diese Menge auch auf bis zu 28.000 m³ ansteigen.

Die Anlage schafft das. Das Problem sind aber Fett und Abfälle, die über die Haushalte ins Abwasser gelangen, obwohl sie dort überhaupt nicht hingehören. Speisefett zum Beispiel mischt sich im Abflussrohr mit mineralischen Bestandteilen wie Sand oder Feinkies und verfestigt sich zu einer Fettscholle, die den Rohrquerschnitt bedrohlich einengt. Das führt nicht nur zu Geruchsbelästigung und zu erhöhtem Reinigungsaufwand. Auch die Pumpleistung steigt, weil ja gleich viel gefördert werden muss. Und das kann Schäden an der Anlage verursachen.

Ähnliches gilt für anderweitige Abfälle wie Feuchttücher etc., die eigentlich über den Restmüll entsorgt werden müssten. Solche „Fetzen“ finden sich im gesamten Reinigungsprozess der ARA, insbesondere bei den Pumpen, was zu einer höheren Stromaufnahme und bisweilen sogar zu Verstopfungen und Betriebsstörungen führt. Das Material muss also von den Mitarbeitern mühsam beseitigt werden, damit keine größeren Schäden entstehen.

Hier einige Beispiele für Dinge, die nicht ins Abwasser gehören:
Speisefette und -öle aller Art, flüssige Lebensmittel wie Suppen und Säfte, Essensreste, Teeblätter, Kaffeesatz, Zigarettenkippen und Zigarrenreste, Watte und Wattestäbchen, Tampons und Feuchttücher, Kleintiersand und Katzenstreu und vieles mehr.

Also bitte beachten: Die Kanalisation ist kein Müllschlucker. Auch Abfälle, die von ihrer Konsistenz durch ein Abflussrohr passen würden, gehören in den Restmüll, auf den Kompost oder in den Biomüll. Aktiver Gewässerschutz beginnt nicht erst in der ARA, sondern bereits in den Haushalten.

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