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Monitoring

Fast 28 Jahre ist es her, dass das Bregenzer Seeufer und der Mündungsbereich der Bregenzerach zum Naturschutzgebiet erklärt wurden. Damals – 1991 – begannen auch die fortlaufenden Beobachtun­gen der Fauna und Flora, und die Bilder, die dieses systematische Monitoring seither lieferte, könn­ten nicht unterschiedlicher sein. 

Die Population der bedeutendsten Pflanze in dem Gebiet, des Bodenseevergissmeinnichts, schwankte bereits von rund 200.000 Exemplaren 2007 bis gerade einmal 6.000 Individuen im Vor­jahr. 2018 wurde also der geringste Bestand seit 16 Jahren ermittelt. Schuld daran war die vollstän­dige Überflutung der Kiesufer durch Hochwasser im Jänner 2018. Das hat sich auf die gesamte Vegetation des Strandrasens negativ ausgewirkt. Trotz dieser starken Reduktion blicken die Fach­leute optimistisch in die Zukunft. Sie betrachten das Bodenseevergissmeinnicht als „gesichert“.

Viel besorgniserregender ist die Entwicklung der Strandschmiele. Sie ist tatsächlich akut vom Aus­sterben bedroht und wäre vermutlich ohne die gezielten Auspflanzungen durch die Stadtgärtnerei im Rahmen eines grenzüberschreitenden Forschungsprojektes der ARGE Bodenseeufer bereits endgültig verschwunden.

Darüber hinaus gibt es dort noch viele andere Pflanzenarten wie Strandling, Uferhahnenfuß, Alpen­binse, Kriechendes Straußgras etc. Auch ihre Entwicklung wird genau beobachtet und dokumentiert. Und freilich wurde auch 2018 wieder die Tierwelt unter die Lupe genommen. Besonderes Augenmerk lag dabei wie schon in den Jahren zuvor erneut  auf den Dutzenden Vogelarten, die im Naturschutzgebiet ihre Brutstätten haben.

Erst vor Kurzem hat der Stadtrat die Fortsetzung des Monitorings durch das Bregenzer Umweltbüro Grabher beschlossen. Es kostet auch 2019 wieder 10.000 Euro, wobei sich das Land zur Hälfte an den Kosten beteiligt. Markus Grabher wird heuer neben seinen üblichen Analysen erstmals auch Aktivi­täten von Bibern im Mündungsdelta der Bregenzerach erfassen. Man darf also gespannt sein.

Es ist übrigens nicht nur die Natur selbst (z. B. Hochwasser), die die Entwicklung von Arten beein­trächtigt. Dazu trägt auch die Freizeitnutzung durch den Menschen bei. Sie war 2018 aufgrund des schönen Sommers leider auch in den verhältnismäßig kleinen Bereichen mit Betretungsverboten besonders intensiv.

Kontrollen

Vertrauen ist gut, Kontrolle noch besser. Getreu diesem Motto haben Stadt und Land das rund 130 ha große Natura-2000-Schutzgebiet am See und an der Achmündung auch 2018 von Securitys der Firma Lingg überwachen lassen. Von Anfang Mai bis Mitte Oktober kamen 766 Einsatzstunden zusammen. Dem schönen Wetter geschuldet, erreichten die dabei erfolgten Beanstandungen mit 296 (!) Anzeigen den zweithöchsten Wert, der jemals registriert wurde.

Hauptsächlich ging es dabei um die Missachtung von Betretungsverboten (41 %),  unerlaubte Feuerstellen (38 %), Verstöße gegen den Leinenzwang für Hunde (12 %) und ähnliche Delikte. Wie wichtig eine entsprechende Überwachung des Freizeitverhaltens wirklich ist, zeigt sich immer wieder. So etwa wurde ein im Herbst 2017 östlich der Liegewiese angepflanzter Horst der gefähr­deten Strandschmiele durch ein Lagerfeuer zerstört.

Schwerpunkt der Kontrollen sind aber nicht die Strafen, sondern die Aufklärung und Bewusstseins­bildung der Besucherinnen und Besucher. Das belegen die rund 700 (!) Beratungsgespräche. Die Natura-2000-Zone ist eine große Fläche ohne Zäune, die weitgehend zur Erholung genutzt werden kann. Damit das klappt, müssen Gäste aber die Verhaltensregeln unbedingt beachten. 

Fischereiaufsicht

Auch die staatliche Fischereiaufsicht führt jedes Jahr am Seeufer Kontrollgänge durch. 2018 waren die Organe an 64 Tagen unterwegs, um die zeitlich befristeten Fischereiverbote – insbesondere das unerlaubte Angelfischen vom Ufer aus – zu überprüfen. Das Positive: Gegenüber dem Jahr davor halbierten sich die notwendigen Beanstandungen sogar. So musste das eingesetzte Aufsichtspersonal im Juni, Juli und August nur mehr acht Abmahnungen bzw. Anzeigen pro Monat durchführen. 

Das Balkendiagramm zeigt die Entwicklung des Bodenseevergissmeinnichts in den Jahren 2002 bis 2018.

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