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Neues Kunstwerk für das Quartier Mariahilf

Der ausgeschriebene Wettbewerb zur Installation eines Kunstwerks im Rahmen des Jubiläums „100 Jahre Rieden-Vorkloster mit Bregenz“ im Mai 2019 ist abge­schlossen. Die Jury wählte als Siegerprojekt den Entwurf „Wir alle hoffen …“ von Veronika Dirnhofer und Josef Jakob aus.

 Die Zustimmung durch den Stadtrat erfolgte in der Sitzung am 6. November 2018.Der Realisierungswettbewerb startete im Juni 2018. Bis zum Abgabetermin am 20. Juli 2018 lagen 16 Arbeiten aus Vorarlberg, Schweiz und Deutschland vor. In der ersten Phase wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Entwürfe erwartet, die es einer Fachjury ermögli­chen sollten, die Ideen mit dem größten Entwicklungspotenzial für die Weiterbearbeitung in einer zweiten Phase auszuwählen und hierfür Empfehlungen zu formulieren. Beide Phasen wurden anonym durchgeführt.

Erste Phase

Die Fachjury wählte in ihrer Sitzung vom 6. August 2018 fünf Arbeiten aus, die von ihren Verfasserinnen und Verfassern in der zweiten Phase detailliert ausgearbeitet werden sollten.

Es galten folgende Auswahlkriterien:

  • künstlerische Qualität des Kunstwerks
  • inhaltlicher Bezug zum Stadteilzentrum Vorkloster/Mariahilf
  • künstlerische Umsetzung der inhaltlichen Themen: Zuwanderung, Industriealisierung & Strukturwandel
  • technische Umsetzbarkeit
  • künstlerische Innovation und Wirkung in Bezug auf den öffentlichen Raum
  • Plausibilität der Einhaltung der Kostenvorgabe

Zweite Phase

Im zweiten Verfahrensschritt wurden alle fünf Entwürfe bis zum 27. August 2018 detailliert ausgearbeitet und als Modelle eingereicht. Die Vergabejury wählte in ihrer Sitzung vom 8. Oktober 2018 als Siegerprojekt den Entwurf „Wir alle hoffen …“ von Veronika Dirnhofer und Josef Jakob aus.

Der Wettbewerbsbeitrag ist ein installatives Kunstwerk, in dessen Zentrum das Zitat „Wir alle hoffen …“ steht. Dieses Zitat ist gleichwohl der Ausgangspunkt, um auf die inhaltlichen Fragestellungen der Zuwanderung und des Fortschritts und des damit verbundenen Strukturwandels einzugehen.

Die Begründung der Vergabejury lautet:

„Die Jury ist überzeugt, dass die eingereichte Arbeit insbesondere die Interaktion und Begegnung fördert sowie in ihrer künstlerisch einfachen, jedoch ästhetischen Skulptur überzeugt. Das minimalistische Kunstwerk mit seinen 2,50 Meter hohen, teilweise farbigen Stahlstäben ist durchlässig, öffnet den Blick der Betrachterin/des Betrachters, ermöglicht immer wieder neue, auch fremde Sichtweisen durch den geänderten Blickwinkel und interagiert als Begegnungsort, als Performanceobjekt und als Bühne mit der Öffentlichkeit. Seine Gestaltung nimmt die historische Entwicklung auf und richtet gleichzeitig den Blick in die Zukunft.

Der umlaufende Text ‚Wir alle hoffen …‘ ist aus einem Zitat von Ingeborg Bachmann, das sie in einem letzten großen TV-Interview vom Juni 1973 über ihr Gedicht ‚Böhmen liegt am Meer‘ äußerte. Dieser Text gleicht einem Raum vieler Sprachen und Länder. Böhmen wird in dem Gedicht zu einem idealtypischen Ort, zur Heimat und das Kunstwerk zum Symbol kultureller Vielfalt und Hoffnung.“

Siegerprojekt „Wir alle hoffen …“

„Das Zitat von Ingeborg Bachmann ‚wir hoffen auf dieses Meer und dieses Land‘ haben wir für diese Installation gewählt, weil es für vieles stehen kann, als Möglichkeitsform, als Utopie, als Übersetzung. Es spricht auch von WIR hoffen – ein Begriff des Gemeinschaftlichen, der uns wichtig ist. Die geplante künstlerische Arbeit wird sich sehr gut in den neugestalteten Stadtraum einfinden. Und wir hoffen, dass die Menschen, die hier leben und arbeiten, sich mit diesem Werk und dem damit verbundenen Text und Inhalt auseinandersetzen werden – also es benutzen, begehen, belesen, befragen, begreifen, angreifen, erfreuen etc.“, so die Grundkonzeption und Projektidee von Veronika Dirnhofer und Josef Jakob.

Für die Landeshauptstadt Bregenz, die den Wettbewerb ausgelobt hatte, erklärte Bürgermeister Linhart: „Ich freue mich sehr darüber, dass sich die Jury für diesen Entwurf entschieden hat. Für mich ist das neue Kunstwerk eine zeitgemäße Form der Auseinandersetzung mit den gesell­schaft­lichen Fragestellungen von heute, mit Themen wie Zuwanderung und Strukturwandel. Diese Skulptur im öffentlichen Raum wird eine starke Wirkung entfalten, da bin ich mir sicher. Sie könnte einen Beitrag leisten zu einem harmonischen, verständnisvollen und friedlichen Miteinander. Ich wünsche mir, dass sich die Bürgerinnen und Bürger von diesem Kunstwerk berühren lassen und sich mit der Installation auseinandersetzen.“

Die Kosten für die Errichtung des Kunstwerks belaufen sich auf 70.000 Euro. Die Errichtung des erforderlichen Fundaments übernimmt die Bauabteilung der Landeshauptstadt Bregenz. Der Standort wird in Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Verantwortlichen festgelegt.

Mit diesem Kunstwerk im öffentlichen Raum schafft die Landeshauptstadt Bregenz eine deutliche Aufwertung des Stadtteilzentrums Mariahilf und leistet einen konkreten Beitrag zu einer kulturgetragenen Stadtteilentwicklung.

Biografien:
Die Künstlerin Veronika Dirnhofer wurde 1967 in Horn (Niederösterreich) geboren und ist in Vorarlberg aufgewachsen. Sie lebt und arbeitet in Niederösterreich, Wien und Vorarlberg. Am Institut für bildende Kunst der Akademie der bildenden Künste in Wien leitet sie den Fachbe­reich Zeichnung.

Der Architekt Josef Jakob wurde 1971 in Freistadt (Oberösterreich) geboren. Nach dem Besuch der HTL für Hochbau in Linz absolvierte er das Studium der Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien und an der University of Sydney. 2002 hat er seine Ziviltechnikerprüfung abgelegt und leitet seit 2005 die Abteilung Architektur und Generalplanung in einem Wiener Immobilienunternehmen.

Hintergrundinformationen:

Fachjury:

  • Mag. Susanne Fink, Kulturabteilung des Landes Vorarlberg
  • Mag. Peter Niedermair, Kulturredakteur und Mitbegründer der Kultur-Zeitschrift
  • Mag. Claudia Voit, Leiterin der Galerie Hollenstein
  • Ute Stuffer, Direktorin des Kunstmuseums Ravensburg
  • Mag. Thomas Schiretz, Kulturabteilung der Landeshauptstadt Bregenz
  • Mag. Jutta Dieing, Leiterin der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Bregenz 

Die Vergabejury:

  • Mag. Susanne Fink, Kulturabteilung des Landes Vorarlberg
  • Mag. Thomas Häusle, Leiter des Kunstraumes Dornbirn
  • Mag. Thomas Schiretz, Kulturabteilung der Landeshauptstadt Bregenz
  • Mag. Jutta Dieing, Leiterin der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Bregenz
  • Dr. Bernhard Fink, Leiter der Abt. Planung und Bau der Landeshauptstadt Bregenz
  • Mag. Michael Rauth, Stadtrat für kulturelle Angelegenheiten
  • Dipl.-Ing. Markus Linhart, Bürgermeister der Landeshauptstadt Bregenz
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