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Sensibilisierung durch gelbe Pfeile

Haben Sie gewusst, dass eine Bananenschale ein halbes Jahr benötigt, bis sie vollständig verrottet ist? Bei einer Zigarettenkippe sind es schon fünf Jahre, 50 Jahre beim Tetra Pak und 500 Jahre bei einer Alu-Dose.

Natürlich wartet eine Stadtverwaltung nicht so lange. Was tut sie also? Sie betreibt einen immensen Aufwand, um all das einzusammeln und richtig zu entsorgen, was andere manchmal mutwillig, zumeist aber einfach achtlos weggeworfen haben. Bewusstseinsbildung könnte also helfen.

Bregenz hat sich daher einer Aktion des Vorarlberger Umweltverbandes angeschlossen, die 2017 auch schon in anderen Gemeinden des Landes lief. Der Müll wird an einigen neuralgischen Punkten nicht gleich entfernt, sondern durch große gelbe Pfeile, die weithin sichtbar sind, gekennzeichnet. Das soll die Öffentlichkeit – ähnlich einer gelben Karte beim Fußball – auf ein gröberes „Foul“ an der Umwelt aufmerksam machen. Bürgermeister Markus Linhart und die für Abfallwirtschaft zuständige Stadträtin Ingrid Hopfner ließen es sich am 4. Dezember 2017 trotz des Schneefalls nicht nehmen, beim Skaterpark „Alte Remise“ einige der gelben Pfeile selbst anzubringen.

„Littering ist kein Kavaliersdelikt“, sind sich Bürgermeister und Stadträtin einig. Aber wie schon bei der erfolgreichen Kampagne „I luag uf di“ wollen beide nicht mit erhobenen Zeigefingern mahnen, sondern die Menschen für den richtigen Umgang mit Natur und Umwelt sensibilisieren. Die Bevölkerung sollte sich also nicht wundern, wenn sie an manchen Stellen im Stadtgebiet solchen gelben Pfeilen begegnet. Diese Zeichen deuten auf weggeworfene Zigarettenschachteln, leere Dosen oder Flaschen oder auf ähnliche Verschmutzungen an Straßenränder und dergleichen hin.

Apropos „Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung“: Die Aktion des Umweltverbandes und der Stadt läuft unter dem Titel „Gelbe Karte für weggeworfene Abfälle“. Die Kommunalpolitik im Ländle möchte aber durchaus noch einen Schritt weiter gehen, nämlich in Richtung „Rote Karte für Müllsünder/innen“. Per Verordnungsermächtigung der Gemeinden soll es möglich sein, das Wegwerfen von Abfällen auf der Straße, am Straßenrand etc. durch empfindliche Strafen zu ahnden. Anderswo gibt‘s das bereits. Ein Grund mehr, schon vorher umzudenken und den eigenen Abfall richtig zu entsorgen, oder?

Unser Foto zeigt (von links): Stadträtin Ingrid Hopfner, Bürgermeister DI Markus Linhart sowie Stefan Bekö und Erich Knappitsch vom Bauhof.

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