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Theater vor 2.000 Jahren

Bregenz ist mit seiner mehr als zwei Jahrtausende währenden Geschichte nicht nur die älteste Stadt am Bodensee. Man ist auch stolz auf die römischen Wurzeln, die seit dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart herauf durch Ausgrabungen von Resten antiker Straßen, Gebäude, Grabstätten sowie durch unzählige Kleinfunde belegt werden.

2017 wurden die bis zu 150 Jahre alten, aufwendig digitalisierten Pläne von „Brigantium“ ins Geografische Informationssystem der Stadt implementiert. Seither stehen auf der Website der Stadt (Stadtplan/Kartenansichten/Römisches Bregenz) nicht nur die Grundrisse der antiken Anlagen zur Verfügung. Zur besseren Orientierung kann man diese auch mit aktuellen Luftaufnahmen überblenden und sich per Mausklick genauere, teils bebilderte Erklärungen herunterladen.

Und schon bald dürfte der digitale Stadtplan des römischen Bregenz durch ein weiteres Detail ergänzt werden. Wie das Vorarlberg Museum kürzlich bekannt gab, haben von ihm beauftragte Archäologen bei Ausgrabungen am Fuß des Hanges zur Oberstadt Belege für ein schon länger vermutetes Theater gefunden. Mauerreste deuten auf ein Halbrund mit über 50 m Durchmesser hin, das bis zu 2.000 Gästen Platz bot. Das ist mehr als „Brigantium“ selbst Einwohnerinnen und Einwohner hatte. Wie zum Beispiel die Festspiele heute dürfte also auch das damalige Theater eine Bedeutung weit über die Grenzen der Stadt und der Region hinaus gehabt haben. Dabei war es recht einfach aufgebaut: Grundmauern aus Stein, Oberkonstruktion mit Sitzreihen aus Holz. Das entspricht jedoch exakt dem typischen Theaterbau in den damaligen Nordwestprovinzen Roms.

In der Natur bewundern kann man die Überreste leider nicht. Sie wurden nur teilweise ausgegraben und in Absprache mit dem Bundesdenkmalamt durch Wiederaufschüttung konserviert, liegen also unter der Erde. Darüber haben, zumal es sich um Privatgrund handelt, die Eigentümer des Deuringschlössles eine Garage errichtet.

Das Foto zeigt eines der vielen Fundstücke, die bisher in Bregenz gefunden wurden und sich im Vorarlberg Museum befinden. 

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