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Fütterungsverbot für Tauben

Wie in anderen Städten nimmt auch in Bregenz ein Problem mehr und mehr überhand: die Zunahme des Taubenbestandes. Gründe dafür sind, dass die Vögel durch unbedachtes Füttern ein über­mäßiges Nahrungsangebot vorfin­den und in offenen Dachböden, auf Mauervorsprün­gen und dergleichen gut nisten können. Zudem fehlen den Tieren im Stadtgebiet die natürlichen Gegner wie Habichte und Falken. Immer wieder gibt es Beschwerden von Anrai­ne­rinnen und Anrainern sowie von Gewerbetreibenden, die sich von der öffentlichen Hand eine Lösung des Problems er­warten.

Wie Bürgermeister DI Markus Linhart nach der Stadtvertretungssitzung am 18. Oktober mit­teilte, habe man vor diesem Hintergrund eine eigene Verordnung zur Verringerung des Tauben­bestandes erlassen, in deren Mittelpunkt ein strenges Fütterungsverbot wildlebender Tauben steht. Die neue Regelung wurde in enger Abstimmung mit der Tierschutzombudsfrau des Lan­des, Dr. Marlene Kirchner, getroffen. Außerdem gibt es Ähnliches hierzulande bereits in ande­ren Städten und größeren Gemeinden (z. B. in Feldkirch, Bludenz oder Hard) sowie außerhalb Vorarlbergs (Wien, Linz, Graz, Klagenfurt, Salzburg, Innsbruck etc.) Die Nichtbeach­tung stellt eine Verwaltungsüber­tretung dar, die von der Bezirkshauptmannschaft geahndet wird.

Tauben gehören zum Stadtbild. Kritik an einer zu großen Population ist aber gerechtfertigt. Anstatt sich von Körnern, Samen, Schnecken, Insekten oder Würmern zu ernähren, führt das Füttern mit altem Brot oder Ähnlichem zu einer Mangelernährung, wodurch die Tauben für Krankheiten anfällig werden. Eine Taube produziert 10 bis 12 kg Nasskot pro Jahr. Der führt zu Verschmutzungen, die nicht nur ästhetisch oder hygienisch ein Problem darstellen. Die darin enthaltene Säure schädigt Fassaden und Dächer so stark, dass laufende kostenintensive Instandhaltungsmaßnahmen nötig sind. Außerdem ziehen übrig gebliebene Futterreste auch Ratten an, die sich dadurch ebenfalls stärker vermehren.