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Sinfonische Humoreske

Die international gefeierte Sopranistin Mojca Erdmann und Vadim Gluzman, der als der vollkommenste Geiger seiner Generation gilt, gastieren zusammen mit dem Baskischen Nationalorchester unter der Leitung von Robert Trevino im Festspielhaus Bregenz. Im Rahmen der Bregenzer Meisterkonzerte präsentieren sie am Samstag, 8. Dezember, um 19.30 Uhr Musik der Komponisten Pablo Sorozábal, Sergej Prokofjew und Gustav Mahler.

Kurz vor der Rückkehr nach Sowjetrussland entstanden, reflektiert das zweite Violinkonzert exemplarisch wie kaum ein anderes Werk die künstlerische und persönliche Umorientierung Sergej Prokofjews in jenen Jahren. Das Besondere im zweiten Violinkonzert sind die eng an die Tradition angelehnte Formgestaltung, volksnahe Melodiebildungen und die Betonung des Lyrischen. Eingerahmt von zwei emotional ambivalenten Außensätzen, enthält der zweite Satz dabei eine von Prokofjews berühmtesten wie ausgedehntesten Melodien. Den Solopart übernimmt der in der ehemaligen Sowjetunion geborene Israeli Vadim Gluzman. Sein Spiel vereint in sich das Beste der großen russischen, israelischen und amerikanischen Geigenschulen. Er gilt weltweit als Prokofjew-Interpret der Stunde, denn „Vadim Gluzman leuchtet unwiderstehlich in Prokofjew” (David Nice, BBC Music Magazin). Vadim Gluzman spielt die Stradivari „ex Leopold Auer“ von 1690, die ihm von der Stradivari Society Chicago geliehen wurde.

Die „Vierte“ zählt zu den populärsten Werken Gustav Mahlers und stellt gegenüber den vorangegangenen Sinfonien eine Rückkehr zur Einfachheit dar. Tatsächlich bezeichnete Mahler die vierte Sinfonie ursprünglich als „Humoreske“. Das Werk ist von einer merkwürdigen, hintersinnigen Heiterkeit geprägt – ein musikalisches Rätsel. Besonders betörend ist der vierte Satz, in dem die Sopranistin Mojca Erdmann vom himmlischen Leben singt nach Texten aus Clemens Brentanos „Des Knaben Wunderhorn“. Die in Hamburg geborene Sängerin Mojca Erdmann zählt zu den vielseitigsten Künstlerinnen der internationalen Musikszene und wird von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeiert. Ihre Stimme ist lyrisch, und sie hat jene dramatischen Dimensionen, die man benötigt für eine vierte Mahler.

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Mag. Thomas Schiretz, Telefon: +43 (0)5574 / 410-1521, E-Mail: thomas.schiretz(at)bregenz.at

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