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Stadt jetzt im Besitz einer Ernst-Volkmann-Gitarre

Seit über drei Jahrzehnten wird in Bregenz auf vielfältige Weise jener Men¬schen gedacht, die sich dem NS-Regime widersetzten und dafür mit dem Leben bezahlten. Die Erinnerungsmarken reichen von der Anbringung einer Gedenktafel an der Seekapelle 1988 über die Enthüllung eines Mahnmals am Sparkassenplatz 2015 bis in die Gegenwart. Ein solcher Gedächtnisort ist auch die Ernst-Volkmann-Stiege, die von der Stadtpfarrkirche St. Gallus zum Kloster Thalbach hinunterführt.

Ernst Volkmann, 1902 im Sudetenland geboren, ließ sich 1924 in Bregenz als Gitarrenbauer nieder. Er wohnte neben der Stadtpfarrkirche St. Gallus, in der er auch des Öfteren als Mesner tätig war. Als er mit 39 Jahren zur Deutschen Wehrmacht eingezogen wurde, verweigerte er – insbesondere aus christlich-religiösen Gründen – den Fahneneid auf Adolf Hitler. Der Fall des Bregenzer Handwerkers gelangte schließlich vor das Reichskriegsgericht in Berlin, das ihn zum Tod verurteilte. Er wurde am 9. August 1941 in Brandenburg an der Havel hingerichtet.

Noch vor Kurzem völlig unerwartet, stand das Leben des Instrumentenbauers jetzt noch einmal auf der politischen Tagesordnung in Bregenz. Grund dafür war, dass der Stadt eine restaurierte Gitarre Ernst Volkmanns als Geschenk angeboten wurde. Die Gitarre war vergangenen Mai zufällig in einem Laden entdeckt worden, der für einen guten Zweck Gebrauchtgegenstände des Alltags verkauft.

„Das freundliche Entgegenkommen eines aufmerksamen Bürgers hat es uns ermöglicht, die vielerorts als vorbildlich bezeichnete Bregenzer Erinnerungskultur durch ein ganz besonderes Stück zu bereichern. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei Stefan Elsensohn für dieses Geschenk recht herzlich bedanken“, meinte der Bürgermeister bei der offiziellen Übergabe am 19. März. 

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