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Notwendige Rodungen im Bregenzer Stadtwald

Das Eschensterben – ausgelöst durch Pilzbefall – ist eine europaweit verbreitete Baumkrank­heit, die leider auch vor der Landeshauptstadt Bregenz nicht haltmacht. Überhaupt gehören Pilze zu den häufigsten Krankheitserregern, die dazu führen, dass Bäume absterben und mitunter zu Gefahren für Menschen und Objekte werden. So etwa stürzte erst dieser Tage ein großer Ast gegen die Fassade eines Hochhauses in Bregenz und beschädigte diese stark.

Wie Bürgermeister DI Markus Linhart nach der Stadtratssitzung am 19. Juni 2018 mitteilte, sei im Herbst dieses Jahres im Bereich des „Fallenden Baches“ und des Ferdinand-Kinz-Weges unterhalb des Gebhardsberges aufgrund des fortgeschrittenen Pilzbefalls an Eschen und Buchen ein größerer forsttechnischer Eingriff nötig. Über diese Pflegemaßnahmen am Wald­bestand, die aus Sicherheitsgründen erfolgen und einstimmig beschlossen wurden, wird die Bevölkerung zum gegebenen Zeitpunkt noch eingehender informiert.

Die notwendigen Rodungen bilden den Abschluss des 1998 gestarteten und auf 20 Jahre angelegten Integralprojektes „Känzelefelsen“. Für Bregenz bedeutet das, dass der über­wiegende Teil der nicht unerheblichen Kosten von Bund, Land und Landesstraßen­verwaltung getragen wird. Trotzdem bleibt der Wermutstropfen, dass sich das Bild des Bregenzer Stadt­waldes in dem genannten Bereich gravierend verändern wird.

Die Stadt hatte zwischen Meißnerstiege und Amtstorstraße ein Grundstück erworben, das die Stadtgärtnerei mit Rebstöcken der Weißweinsorte „Johanniter“ – und mit viel handwerklichem Geschick – wieder in einen Weinhang verwandelte.

„Wieder“ deshalb, weil der Weinanbau auf Bregenzer Boden historisch weit zurückreicht. Ab dem 14. Jahrhundert entwickelte sich daraus sogar ein einträglicher Wirtschaftszweig. Schon damals lagen die Gärten an den Halden der Oberstadt, aber auch am Brand, im Lösler, im Schedler, bei der Stadtpfarrkirche St. Gallus und an der Klause.

Die Erträge damals waren beträchtlich. Laut Stadtarchiv erzielten die Weinbauern zum Beispiel bei ihrer Ernte im Jahr 1509 eine Gesamtmenge von rund 566.000 Litern. Bald darauf ging die heimische Produktion aber stark zurück, bevor sie infolge der Inbetriebnahme der Arlbergbahn 1884 praktisch ganz zum Erliegen kam. Fortan konnte man ohne großen Aufwand Wein aus Südtirol importierten.

Für das aktuelle Projekt des städtischen Weinanbaus in der Bregenzer Oberstadt gab es zuvor wertvolle Ratschläge und Anregungen aus der Stadt Weingarten bei Ravensburg vom ehemaligen Verwaltungsdirektor Günter Staud. Mit der Stadt Weingarten pflegt die Stadt Bregenz unter anderem durch im Rahmen des Internationalen Städtebundes Bodensee (ISB) eine Partnerschaft.