Fragen und Antworten

Welchen Vorteil bringt die Fußgängerzone?
Ziel ist es, größtmögliche Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr, gekoppelt mit größtmöglicher Attraktivität des Zentrums, allem voran für den Fußverkehr, zu bieten. Speziell der Fuß- und Radverkehr wird von diesen Maßnahmen im Bereich der Verkehrssicherheit, -flüssigkeit und -leichtigkeit sowie der Aufenthaltsqualität sehr stark von den Maßnahmen profitieren. Mit der Einführung der neuen Fußgängerzone wird ein belebtes Stadtzentrum erwartet. Es ist davon auszugehen, dass durch die erhöhte Attraktivität und Aufenthaltsqualität die zentrumsnahe Wirtschaft der Landeshauptstadt Bregenz durch die Ausweitung der verkehrsberuhigten Bereiche eine zusätzliche Belebung erfahren wird.

Welchen Beitrag leistet die autofreie Innenstadt zum Klimaschutz?
Das Projekt hat eine Leuchtturmwirkung für Vorarlberger Städte und größere Gemeinden. Dadurch wird die Mobilitätswende vorangetrieben, indem sanfte Mobilität gegenüber dem motorisierten Individualverkehr bevorzugt wird. Darüber hinaus haben Maßnahmen der verkehrsfreien Innenstadt in folgenden Punkten einen positiven Effekt auf die Umwelt:

  • Durch die freiwerdenden Flächen (PKW-Abstellplätze) können Maßnahmen zur Klimawandelanpassung, z. B. Baumpflanzungen, mobile Begrünungen, durchgeführt werden.
  • Die bisherige Parkplatzsuche im Bregenzer Stadtzentrum reduziert sich durch die neue Fußgängerzone deutlich – die Luftqualität verbessert sich dadurch.
  • Lärmemissionen, ausgelöst durch den KFZ-Verkehr, entfallen großteils. 
  • Die gegenständlichen Wege zwischen Quell- und Zielort weisen bloß eine Länge von (durchschnittlich) wenigen hundert Metern auf (z. B. Oberstadt) und somit können bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Dadurch wird sich der Anteil der sanften Mobilität erhöhen, welche wiederum hilft CO2 einzusparen.

Welche neuen Gebiete umfasst die Fußgängerzone?
Die Verkehrsberuhigung beinhaltet insbesondere die Einführung von Fußgängerzonen in der Rathausstraße, Anton-Schneider-Straße, Kirchstraße, Römerstraße sowie Maurachgasse und Begegnungszonen in der Bergmannstraße, Anton-Schneider-Straße, Nepomukgasse, Kornmarktstraße, Jahnstraße und Neugasse.

Was passiert mit den Parkmöglichkeiten in der Fußgängerzone?
In der unmittelbaren Umgebung der Bregenzer Innenstadt sind im Bestand über 1.900 Stellplätze für die Öffentlichkeit in Form von Parkplätzen, Stellplätzen im öffentlichen Verkehrsraum und (Tief-)Garagen vorhanden. Mit der Verkehrsberuhigung entfallen insgesamt 70 Stellplätze in folgenden Straßen: Rathausstraße, Jahnstraße, Anton-Schneider-Straße, Bergmannstraße und Maurachgasse.

Darf ich in der Fußgängerzone auch mit dem Fahrrad / E-Scooter fahren?
Die Fußgängerzone darf neben den gesetzlichen Ausnahmen in §76a Abs. 5 StVO auch mit dem Fahrrad und E-Scooter befahren werden. In der gesamten Fußgängerzone gilt die Einhaltung der Schrittgeschwindigkeit. 

Wird es in der Fußgängerzone PKW-Parkmöglichkeiten geben?
In Fußgängerzonen ist gem. § 76a StVO jeglicher Fahrzeugverkehr verboten. Die Lenker:innen von Fahrzeugen dürfen in Fußgängerzonen nur mit Ausnahmegenehmigung oder z. B. zu den allgemeinen Zeiten von 6 bis 10 Uhr und von 18 bis 20 Uhr zum Zwecke von Ladetätigkeiten an den mit Zusatztafeln entsprechend gekennzeichneten Einfahrten zufahren. Sie haben von ortsgebundenen Gegenständen oder Einrichtungen (wie zum Beispiel Häusern, Brunnen, Laternen, Bänken, Bäumen) einen der Verkehrssicherheit entsprechenden seitlichen Abstand einzuhalten. Es ist nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt. Halten und Parken ist in Fußgängerzonen verboten.

Wo ist zukünftig die Einfahrt zum Rathausparkplatz? Wie ist die Ausfahrt geregelt?
Die Einfahrt in den Rathausparkplatz erfolgt über die Bergmannstraße (Magazin 4). Um eine Rückstauung zu verhindern, wird bereits in der Belruptstraße eine Anzeigetafel ersichtlich sein, welche über die Verfügbarkeit freier Parkmöglichkeiten Auskunft gibt. Die Ausfahrt erfolgt wie bisher über die Belruptstraße.

Wie wird die Zu- und Abfahrt zu den Parkplätzen für Anrainer:innen geregelt?
Falls Sie einen privaten Stellplatz im Bereich der Fußgängerzone besitzen, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass es einer Ausnahmebewilligung nach § 45 Abs. 2 StVO bedarf, um mit Ihrem Fahrzeug zukünftig in die Fußgängerzone zu gelangen und so Ihren Parkplatz weiterhin rund um die Uhr zu erreichen. Die Antragstellung bzw. das Ausstellen des Bescheides durch die Landeshauptstadt Bregenz ist gebühren- und abgabenpflichtig.

Folgende Tarife gelten in der Fußgängerzone:

  • Für eine einmalige Ausnahme je Fahrzeug (auch mit Anhänger): 30,40 Euro
  • Für mehrmalige Ausnahmen je Fahrzeug (auch mit Anhänger) und pro angefangenem Monat der Bewilligungsdauer: 61,20 Euro   
  • Pro Kennzeichen für zwei Jahre: 301,40 Euro
  • Für Schüler:innen, Lehrlinge, Präsenz- und Zivildiener: 63,30 Euro                 

Zusätzlich fallen Bundesgebühren von 14,30 Euro für die Eingabe an.

Diese Abgaben sind nach Ausstellung des Bescheides zu entrichten.
Das entsprechende Antragsformular für die Ausnahmebewilligung sowie alle notwendigen Unterlagen senden Sie bitte der Verwaltungspolizei der Landeshauptstadt Bregenz per Post oder unter verwaltungspolizei(at)bregenz.at.

Wo in der Innenstadt sind die Behindertenparkplätze?
Für Personen mit einem Ausweis gemäß StVO § 29b sind mehrere Behindertenstellplätze am Rande der Fußgängerzone eingeplant, sodass Menschen mit eingeschränkter Mobilität weiterhin bestmöglichen Zugang zur Innenstadt haben. Insgesamt werden durch die Umsetzung der Fußgängerzone zwei zusätzliche Behindertenstellplätze im Nahbereich des Zentrums geschaffen. Die Zu- und Abfahrt über die Römer- und Rathausstraße in die Fußgängerzone sowie das Parken auf den markierten Behindertenstellplätzen für Personen mit Behinderung wird bei Erfordernis (z. B. zu einem Ärztehaus etc.) gestattet.

Ist die Durchfahrt für Taxis erlaubt?
Die Fußgängerzone darf neben den gesetzlichen Ausnahmen in §76a Abs. 5 StVO auch mit dem Taxi sowie mit KFZ des Mietwagengewerbes (zum Personentransport) befahren werden.

Ist die Durchfahrt für Zustelldienste erlaubt?
Ja, um eine funktionierende Anlieferung für die Betriebe zu gewährleisten, sind Zeiten für Ladetätigkeiten von 6 bis 10 Uhr sowie von 18 bis 20 Uhr vorgesehen. Einfahrten für Ladetätigkeiten zu den Apotheken sind über die Römer- und Rathausstraße in der Zeit von 00:00 bis 24:00 gestattet.

Wie kommen Handwerker:innen zu mir als Anrainer:in?
Für Handwerker:innen gelten generell die gleichen Regeln wie für alle anderen auch. Das bedeutet, dass auch Handwerker:innen sich vorab bei der Verwaltungspolizei eine Ausnahmegenehmigung holen müssen. Das geht natürlich auch sehr rasch, vor allem wenn ein "Notfalleinsatz" erforderlich ist. 

Wie wird der Busverkehr geregelt?
Die Landbuslinien 12c und 12d fahren im Bestand von der Montfortstraße über die Römer- und Kirchstraße weiter in die Thalbachgasse. Außerdem erfolgt die Rückfahrt der Landbuslinie 12d ebenfalls über die Kirch- und die Römerstraße in das übergeordnete Landesstraßennetz. Eine Änderung des Liniennetzplanes für die Fußgängerzone ist vorerst nicht vorgesehen. Die gegenständlichen Buslinien fahren wie bisher ihre Routen im bestehenden Takt. Das bedeutet, dass der Linienbus die Fußgängerzone der Römer- und der Kirchstraße im Schritttempo durchfährt. 

Dürfen Blaulichtorganisationen durch die Fußgängerzone fahren?
Ja, in Fußgängerzonen dürfen gem. § 76a StVO Fahrzeuge des öffentlichen Sicherheitsdienstes und der Feuerwehr in Ausübung des Dienstes als gesetzliche Ausnahme fahren. Darüber hinaus dürfen Feuerwehrleute auf dem Weg zu einem Einsatz auch mit dem privaten PKW zum Feuerwehrhaus in der Belruptstraße zufahren. Bei einem Einsatz zählt jede Sekunde, weshalb die Stadt die Bevölkerung bittet, unverzüglich Platz zu machen, wenn die Einsatzkräfte der Feuerwehr in einem privaten PKW durch die Fußgängerzone fahren.

An wen kann ich mich bei Fragen wenden?
Bei Fragen zur Fußgängerzone steht Ihnen die Dienststelle für Mobilitätsservice und Stadtentwicklung telefonisch unter +43 5574 410 1710 und per Mail unter stadtentwicklung(at)bregenz.at zur Verfügung. Auf unserer Bürgermeldeplattform "I luag uf di" können ebenfalls Anregungen eingereicht werden. Die Meldung wird direkt an die zuständige Stelle übermittelt.

Mobilitätsservice und Stadtentwicklung

Belruptstraße 1
6900 Bregenz