Randspiele

  • 17. Juli bis 4. September 2021
              Dienstag bis Samstag 14 - 18 Uhr
              Sonntag 10 - 16 Uhr
     
  • Palais Thurn und Taxis

Für die erstmalige Reaktivierung der Randspiele anlässlich ihres 50. Jubiläums im Sommer 2022 soll der Fokus zunächst auf dem liegen, was vor fünfzig Jahren geschaffen wurde. Dieser Blick zurück in die „Randspiel-Jahre“ 1972 bis 1976 ermöglicht einen Blick auf unsere Kultur im Aufbruch. Initiativen wie die Randspiele waren maßgeblich daran beteiligt, die Kultur von ihrem Podest zu holen und sie zu einem weitaus alltäglicheren, demokratischeren, vielstimmigeren Phänomen zu machen als je zuvor. 

Die Ausstellung im Palais Thurn und Taxis will nun die Diskussion über eine mögliche regelmäßige Reaktivierung des legendären Musik-, Kunst-, Literatur- und Theater-Festivals eröffnen, das einige Jahre lang für die Zeit geradezu visionäre Kulturformate an spektakulär-ungewöhnlichen Austragungsorten entwickelt sowie heute weltberühmte, immer noch hochaktuelle Solitärpositionen nach Bregenz und Vorarlberg gebracht hat.

Gezeigt werden dokumentarische Materialien aus öffentlichen wie privaten Archiven, welche Einblicke in die Atmosphäre der frühen 1970er Jahre und die Entstehung der Randspiele geben. Sie erinnern an eine Welt der kulturellen „Friedhofsruhe“, deren offizielles Kulturverständnis alles ausgeschlossen hat, was über althergebrachte Formate und traditionelle Inhalte der „Hochkultur“ hinauszugehen drohte. Oral-History-Beiträge zahlreicher schillernder Persönlichkeiten, die die Randspiele gemacht, geprägt und erlebt haben, machen die Vergangenheit lebendig. 

Ihr persönlichen Foto senden und Teil der Ausstellung werden

Auch werden ausgewählte originale künstlerische Arbeiten aus den einstigen Randspielen von Gottfried Bechtold und Wolfgang Häusler zu erleben sein. Gottfried Bechtold zeigt sein persönliches Best-Of früher filmischer Arbeiten, welche frisch restauriert und digitalisiert wurden. Wolfgang Häusler, der seine Kunstproduktion mit dem Tag der Gründung seiner Kunstberatung und späteren international agierenden Galerie Häusler Contemporary eingestellt hat, zeigt unter anderem eine Auswahl seiner spektakulären „Kleiderplastiken“. 

Zudem konnte Manfred Eicher, Gründer und Produzent des weltbekannten Labels für zeitgenössische Musik, ECM, gewonnen werden, um den musikalischen Teil der Randspiele neu zu reflektieren. Er war es, der einst heutige Weltstars wie Keith Jarrett, Chick Corea und Jan Garbarek nach Bregenz gebracht hat.

Der von Ines Agostinelli konzipierte Rückblick auf dieses wegweisende Festival bereichert nicht nur Selbstverständnis und Identität Vorarlberger Kulturgeschichte, sondern stellt mit seinem Fokus auf erlebte Geschichte – auch im Begleitprogramm – Fragen nach Veränderung, Fortschritt, Vermächtnis und Vergänglichkeit.