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Zukunftspreis 2012/13

Der Zukunftspreis der Landeshauptstadt Bregenz 2012/13 wurde am 26. Jänner 2013 in den Kategorien gewinnorientierte Unternehmen und nicht gewinnorientierte Unternehmen, Schulen, Kindergärten, Personengruppen und Personen vergeben.

schoeller the spinning Group
"EXP 3.0 - chlorfreie Filzfreiausrüstung für Wollgarne"

Wolle wird seit vielen Jahren so ausgerüstet, dass die daraus hergestellten Produkte (Pullover, Wäsche etc.) in der Waschmaschine gewaschen werden können. Ohne die spezielle Ausrüstung würde die Wolle auf Grund der schuppigen Faserstruktur stark verfilzen und schrumpfen. Das herkömmliche Wollausrüstungsverfahren ist durch den Einsatz von Chlor, damit werden die Schuppen der Wollfaser "abrasiert" umweltbelastend. Der Gesamtprozess setzt in erheblichen Maße AOX, also chlorhältige Verbindungen frei. Diese führen zu Umweltbelastungen und sind auch nach dem Kauf eines Wollprodukts noch auf der Wollfaser nachweisbar.

Seit vielen Jahren wird in der gesamten Branche versucht, ein neues, umweltfreundlicheres Verfahren ohne Einsatz von Chlor, zu entwickeln.  Mit dem von schoeller the spinning group entwickelten Verfahren ist dieser Schritt nun gelungen. Schoeller kann als weltweit erstes Unternehmen Wollgarne erzeugen, die AOX frei ausgerüstet sind und trotzdem die Superwash Norm erfüllen.

Das neue Verfahren verzichtet gänzlich auf Chlor und greift auf natürliche Salze als Oxidationsmittel zurück. Mit EXP3.0 wird außerdem bis zu 50% weniger Wasser benötigt als bei herkömmlichen Ausrüstverfahren.

Mit diesem Verfahren können außerdem die ökologischen Standards für Textilien z.B.  "ÖKo-Tex-Standard" eingehalten werden. Die schoeller spinning group ist als erste Kammspinnerei weltweit mit dem Umwelt und Ökosiegel "blusign" zertifiziert. Ebenso mit dem "Global Organic Textile Standard".

Die Entwicklung wurde im Rahmen eines FFG-Projekts in Kooperation mit dem Institut für Textilchemie und Textilphysik der Uni Innsbruck unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Thomas Bechtold und mit einem finanziellen Aufwand von 1,2 Mio. EUR realisiert. Von den 1,2 Mio EUR wurden 480.000 in Forschung und Entwicklung sowie 800.000 in die Adaptierung technische Anlagen investiert. Das Projekt EXP3.0 wurde überdies auch mit dem Innovationspreis 2012 der Wirtschaftkammer Vorarlberg ausgezeichnet.

Schulverein Sacré Coeur Riedenburg
"Xunde Riedenbörger"

Das Projekt Xunde Riedenbörger umfasst die Erarbeitung eines Gesundheitsförderungskonzepts für die Riedenburger Schulen und positioniert diese damit als gesundheitsfördernden Lebensraum, um die Gesundheit, Freude und die Leistungsfähigkeit am Lehren und Lernen zu erhalten. Zielgruppe sind 700 Schülerinnen im Alter von 6 bis 19 Jahren und 70 Lehrpersonen. Das Projekt zur Gänze hier vorstellen zu wollen würde jeden Rahmen sprengen, daher nur ein Überblick um einen Eindruck des hier Geleisteten vermitteln zu können:

Grundprinzip ist, die Schülerinnen während ihrer gesamten Laufbahn in den Rieden­burger Schulen zu einer intensiven fächerüberreifenden Auseinandersetzung mit wesentlichen gesundheitsrelevanten Themen anzuregen.

Dies umfasst einerseits Maßnahmen in allen Schulstufen wie Bewegungspausen, gesunde Schulverpflegung und andererseits Schwerpunkte in den einzelnen Schulstufen:

  • 1. Kl. Gym.    –   www.nahrung.sc (www … woher, wofür, warum, sc ..Sacre Coeur
  • 2. Kl. Gym.    –   „Ballkick statt Mouseklick“
  • 3. Kl. Gym.    –   „Body and Soul“ vom Mädchen zur Frau, Essstörungen etc.
  • 4. Kl. Gym.    –   „Be Free“ Suchtprophylaxe, Drogen, Alkohol, Nikotin
  • 5. Kl. Gym.    –   „Kennenlernen u. Kommunikation“, „Körperwahrnehmung u. -zufriedenheit“
  • 6. Kl. Gym.    –   „Fit durch eine kluge Ernährung“
  • 7. Kl. Gym.    –   „Aktiv und Attraktiv“
  • 8. Kl. Gym.    –   „Fit für den Job“

Was sich hinter diesen Überschriften verbirgt, illustriert am Beispiel des Schwerpunkts für die 2. Klassen Gymnasium „Ballkick statt Mouseklick"

  • Ballkick statt Mouseklick zielt auf einen bewussten Umgang mit den neuen Medien ab und soll den Medienkonsum der Schülerinnen auf max. 2h pro Tag begrenzen und dafür zu aktiven Bewegungsphasen von mindestens 1 h pro Tag führen.
  • Die Projektdauer umfasst 6 Wochen bzw. 24 Unterrichtsstunden Stunden, wobei für jedes Teampoolfach 6 h zur Verfügung stehen.
  • Poolfächer sind dabei Bewegung und Sport, Geschichte, Werkerziehung und Religion – in allen Fächern soll das eigene Medienkonsumverhaltens reflektiert werden
  • Im Fach Bewegung und Sport
  • In Werkerziehung
  • In Religion
  • In Geschichte
  • Darüber hinaus ergänzen Workshops die genannten Aktivitäten: wie Suchtprophylaxe mit Supro, Zirkusschule Nano, Tae Bo, Zumba Dance, Klug und fit, Sportvereine stellen sich vor, Spielefest mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Das Projekt „Xunde Riedenbörger“ ist in ein Schulmodell eingebettet, das in einem mehrjährigen Entwicklungsprozess entstand. In einer neuen Form des Unterrichts soll der Schwerpunkt vom Lehren zum Lernen verlagert werden.

Noch 2011/12 wurden die in bereits einigen Klassen erprobten Bewegungspausen in allen Schulstufen und Klassen eingeführt. Außerdem wurde am Thema gesunde Schulverpflegung weitergearbeitet. Die Teampools wurden in allen vier Unterstufen des Gymnasiums eingeführt. Die engagierten Teampoollehrer/innen entwickeln gemeinsam Materialien und erproben neue Unterrichtsmethoden. Die Umsetzung in den Klassen wird dokumentiert. Da die Trägerfächer der Teampools jährlich wechseln, wechseln damit auch die Teampoollehrer/innen. Mit den Jahren werden fast alle Lehrer/innen der Schule in diesen Teampools unterrichten und somit auch Themen der Gesundheitsförderung mit ihren Schülerinnen bearbeiten.

Das Projekt wird am Ende evaluiert und so aufbereitet, dass es langfristig an den Riedenburger Schulen umgesetzt werden kann und auch auf andere Schulen übertragbar ist.

Naturfreunde Vorarlberg
"Kids for Nature"

Kinder kennen oft Tiere aus fernen Ländern, aber die Tier- und Pflanzenwelt ihrer Umgebung ist ihnen meist fremd. Daher wurde von Doris Märk dieses Projekt initiiert, das in erster Linie darauf abzielt Kindern, letztlich aber auch Erwachsenen, den Wert ihrer Umgebung wieder näher zu bringen. Die teilnehmenden Kinder konnten die Vielfalt des heimischen Auwaldes selbst entdecken und Ihre Erfahrungen anderen Kindern an Hand einer Broschüre mit ihren Bildern und Texten weiter vermitteln. Nur was man wertschätzt, wird auch geachtet und geschützt. 19 Kinder im Alter zwischen 7 und 14 Jahren haben das Angebot angenommen.

Das Projekt startete mit einem Workshop beim Literaturclub Vorarlberg an dem die Kinder das schriftstellerische Rüstzeug vermittelt bekamen und erste Geschichten zum Thema verfassen. Am Vormittag des zweiten Projekttages erforschten die Kinder den  Auwald an der Bregenzerachmündung in unserem Naturschutz- und Natura-2000-Gebiet am Mehrauer Seeufer. Dabei wurden sie von Naturerlebnispädagogin Ingrid Loacker (UMG) auf dessen Besonderheiten aufmerksam gemacht. Am Nachmittag malten, bastelten und schrieben die Kinder für die Broschüre. Diese Arbeiten wurden am nächsten Tag vervollständigt. Die Kinder ließen das Projekt im Rheindeltahaus bei einem Besuch der Ausstellung zum Thema Auwald und dem Erforschen der Umgebung abgeschlossen.

Das Ergebnis – eine Broschüre in einer Auflage von 4.000 Stück – wurde von Doris Märk und ihrem Team in den darauf folgenden Wochen fertig gestellt und dann in der Vorarlberger inatura unter Anwesenheit aller Teilnehmer/innen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Alpenverein Bregenz, Jugendteam
"Jugendzeitung Unterwegs"

Die Kinder und Jugendlichen des Alpenverein Bregenz erleben während des Vereinsjahrs eine ganze Reihe von Heimabenden,  Veranstaltungen, Aktionen, Klettertrainings bis hin zu Abenteuerreisen. Das dabei Erlebte soll nicht verloren gehen, daher werden während oder kurz nach einem Ereignis die Erinnerungen zu Papier gebracht. Aber nicht irgendwer kümmert sich um die Berichte, sondern die jungendlichen Teilnehmer selbst werden motiviert ihre Erlebnisse schmackhaft für die Nachwelt aufzubereiten.

Das Ziel, das die Jugenteamleitung des Alpenvereins damit verfolgt ist, dass die Kinder und Jugendlichen die Vorgehensweise bei der Erstellung und Veröffentlichung von Presseberichten erlernen. Darüber hinaus nehmen sie im  Wissen um die redaktionelle Nachbereitung noch aktiver an den einzelnen Angeboten teil.  Und nicht zuletzt verleihen die verschiedenen Schreibstile der Kinder den Berichten eine bunte Vielfalt.

Der Kreativität sind fast dabei fast keine Grenzen gesetzt: von verschneiten Hüttenabenden an denen die Kinder mit Buntstiften ihr Erlebtes zeichnen, bis hin zum Kurzfilm der während des Tages mit der Aktion-Kamera gedreht und am Abend am Laptop geschnitten und vertont wird. Die Berichte werden zusammengetragen und gemeinsam im Redaktionsteam besprochen. Deren Auswahl und Überarbeitung erfolgt in Absprache mit den jugendlichen Redakteuren. So entstehen Presseberichte, die dann an die verschiedenen Medien versendet werden, wobei deren Schreiber offiziell  als Redakteure genannt werden.

In der Jugendzeitung „unterwegs“ die in einer Auflage von 250 Stück erscheint, werden die Berichte schließlich zusammengefasst. Die Zeitung und auch die Filme stehen zusätzlich in der vereinseigenen Homepage zum Download bereit.

Aidshilfe Vorarlberg
"Künstlerisches Projekt für HIV-positive und an AIDS erkrankte Menschen"

Die Idee, die hinter dieser Einreichung steht ist, dass sich HIV-positive und an AIDS erkrankte Menschen mit Ihrer Situation und mit ihrer Lebenswelt beschäftigten und kreativ auseinander setzen, indem sie Objekte, Assemblagen und Collagen schaffen. Die verwendeten Materialien stammen aus dem persönlichen Umfeld der betroffenen Menschen.
Ziele die mit diesem Projekt verfolgt wurden sind: der individuelle künstlerische Ausdruck der Teilnehmenden der Facetten aus dem Leben mit der Infektion und Erkrankung zeigt, darüber hinaus die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu stärken und deren Ausgrenzung entgegen zu wirken.

8 Betroffene aus ganz Vorarlberg nahmen an dem Projekt teil das einen Monat mit je einem Kurstag pro Woche dauerte. Ängste, Scheu und Hemmungen wurden beim ersten Treffen besprochen. In der künstlerischen Gestaltung erfolgte keine Beschränkung auf bestimmte Materialien, vielmehr wurden kreative Materialien für die vielfältigsten Objekte und Kollagen angeboten.

„Die Teilnehmenden waren ganz in ihrem Element und hatten Freude am Ausdruck. Jede/r Einzelne zeigte sie auf ihre/seine individuelle Art. Für Menschen mit HIV/Aids ist oft schon die Ausdauer und Konzentration, das aus dem Haus Gehen, sich aufmachen und in einer Gruppe sein, sehr wertvoll. Bemerkenswert war die die positive Stimmung in der Gruppe und die Zusammenarbeit und Hilfestellung unter einander. Da mehrere Personen das Kunstobjekt begleiteten, gab es auch Zeit für persönliche Betreuung.

Die Kunstwerke wurden in einer Vernissage am 30. November 2012 und anschließenden Ausstellung in der AIDS-Hilfe-Vorarlberg, Kaspar-Hagen-Straße 5 der Öffentlichkeit

Alpenverein Bregenz, Jugendteam
"Wildniserfahrung für Väter von morgen"

Heranwachsende männliche Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren bauen in diesem Projekt gemeinsam mit ihren Vätern bzw. männlichen erwachsenen Bezugspersonen Natur- und Umwelterfahrungen auf. In einer Zeit, in der männliche Bezugspersonen für Kinder und Jugendliche nicht immer zur Verfügung stehen und nach wie vor der Betreuungsschwerpunkt bei Müttern bzw. weiblichen Bezugspersonen liegt, bietet dieses Projekt den Jugendlichen die Chance, sich auch an männlichen Erwachsenen zu orientieren, um dadurch ihre Selbstfindung und Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.

Schon bei der Projektvorbereitung werden alle Teilnehmer in die Planung wie z.B.  Auswahl des Gebiets, zweckmäßige Kleidung und Ausrüstung aktiv mit einbezogen.

In der Umsetzung schließlich ist die Gruppe ist im Freien unterwegs, die Lagerplätze sind einfach und selbst gestaltet, alles geschieht mit Rücksicht auf die Natur. Gemeinsam werden die vorhandenen Möglichkeiten für Mahlzeiten besprochen und dann wird miteinander zubereitet.  Das Feuer wird mit Feuersteinen zum Brennen gebracht, in selbstgebauten Kanus werden nur so viele Fische gefangen und zubereitet, wie die Gruppe braucht – jedes Gruppenmitglied bringt seine Erfahrungen und sein Wissen ein, der Umgang miteinander ist respektvoll und wertschätzend, der Zugang zur Natur wird für die Jugendlichen neu definiert. Sie erleben die Stille und Schönheit der Natur, kommen zur Ruhe, haben Zeit. Langeweile darf aufkommen.

Die Jugendlichen erleben gemeinsam mit ihren Vätern bzw. männlichen  Bezugspersonen einen neuen Umgang miteinander, der von Rücksicht und vor allem Zeit haben füreinander geprägt ist. Es werden Entfaltungsfreiräume geboten, sie können eigene Ideen und kreative Lösungen umsetzen; beispielsweise individuelle Bauarten von Backöfen, Herstellung von Gebrauchsgegenständen und Booten aus vorhandenen Materialien, Lagerbauten etc.. Durch die Begleitung eines geschulten und erfahrenen Jugendleiters, der dabei nur als Impulsgeber fungiert, werden all die genannten Erfahrungen möglich.