Das erste Plakat der Randspiele aus dem Jahr 1972 (Ausschnitt). © Reinhold Luger

Sommerausstellung: Reaktivierung der Randspiele

Der Bregenzer Stadtrat hat in der Sitzung vom 26. April 2022 die Sommerausstellung fixiert.

Es handelt sich dabei um die erstmalige Reaktivierung der Randspiele. Anlässlich des 50. Jubiläums der Randspiele im Sommer 2022 soll der Fokus zunächst auf dem liegen, was damals geschaffen wurde.

Die Ausstellung im Palais Thurn und Taxis will die Diskussion über eine mögliche regelmäßige Reaktivierung des legendären Musik-, Kunst-, Literatur- und Theater-Festivals eröffnen, das einige Jahre lang für die Zeit geradezu visionäre Kulturformate an spektakulär-ungewöhnlichen Austragungsorten entwickelt sowie heute weltberühmte, immer noch hochaktuelle Solitärpositionen nach Bregenz und Vorarlberg gebracht hat.

 Gezeigt werden dokumentarische Materialien aus öffentlichen wie privaten Archiven, welche Einblicke in die Atmosphäre der frühen 1970er Jahre und die Entstehung der Randspiele geben. Sie erinnern an eine Welt der kulturellen „Friedhofsruhe“, deren offizielles Kulturverständnis alles ausgeschlossen hat, was über althergebrachte Formate und traditionelle Inhalte der „Hochkultur“ hinauszugehen drohte. Oral-History-Beiträge zahlreicher schillernder Persönlichkeiten, die die Randspiele gemacht, geprägt und erlebt haben, machen die Vergangenheit lebendig.

 „Ich bin froh, dass die Entscheidung über die Sommerausstellung nun gefallen ist und die Stadt Bregenz auch heuer wieder mit abwechslungsreichen Inhalten überzeugen kann“, erklärt Bürgermeister Michael Ritsch.

 In der Ausstellung werden auch ausgewählte originale künstlerische Arbeiten aus den einstigen Randspielen von Gottfried Bechtold und Wolfgang Häusler zu erleben sein. Zudem konnte Manfred Eicher, Gründer und Produzent des weltbekannten Labels für zeitgenössische Musik, ECM, gewonnen werden, um den musikalischen Teil der Randspiele neu zu reflektieren. Er war es, der einst heutige Weltstars wie Keith Jarrett, Chick Corea und Jan Garbarek nach Bregenz gebracht hat.

„Im Sommer 1972, also genau vor 50 Jahren, fanden in Bregenz die ersten Randspiele statt, die eine Auflehnung gegen die Hochkultur und das politische Establishment waren. Das ist der Anlass, sich heuer durch eine dokumentarische Aufarbeitung und mit einer Schau damit auseinanderzusetzen, waren sie doch sehr bedeutend für die weitere Entwicklung der Kulturlandschaft in Vorarlberg und heute bedeutender Künstler:innen und Kulturschaffender. Gleichzeitig soll es ein Impuls für die mögliche Reaktivierung der Randspiele sein. Eines der Formate damals hieß „Neue Wirklichkeit“. Ein Thema, das die Gesellschaft heute in allen Bereichen bewegt und aktuell ist", erklärt Stadtrat Michael Rauth.

 Der von Ines Agostinelli konzipierte Rückblick auf dieses wegweisende Festival bereichert nicht nur Selbstverständnis und Identität Vorarlberger Kulturgeschichte, sondern stellt mit seinem Fokus auf erlebte Geschichte – auch im Begleitprogramm – Fragen nach Veränderung, Fortschritt, Vermächtnis und Vergänglichkeit.

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